Helga Göring (1922 – 2010)

Eine der bekanntesten und beliebtesten Schauspielerinnen der DDR ist am 3. Oktober in einem Berliner Pflegeheim gestorben. Die Begeisterung für das Schauspiel packte die gebürtige Meißenerin schon in jungen Jahren. Mit 16 begann sie ihre zweijährige Ausbildung an der Akademie für Musik und Theater in Dresden. Trotz des tobenden Zweiten Weltkriegs konnte Helga Göring erste Engagements auf den Brettern landen, die die Welt bedeuten. Dabei führte sie der Weg durch ganz Deutschland.

Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der Einrichtung der Besatzungszonen blieb ihr Lebensmittelpunkt zunächst einmal die Stadt, in welcher sie ihre Ausbildung genossen hat, nämlich Dresden. Was sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste ist, dass sie bald nicht mehr viel Zeit für das Theater haben würde. Denn 1951 gab sie in dem abendfüllenden Spielfilm „Das verurteilte Dorf“ ihr Debüt vor der Kamera. In dem Drama wehrt sich ein bayrisches Dorf gegen die Einrichtung eines amerikanischen Militärflughafens. Wobei sich die Frage stellt, ob man mit dem Film Propaganda gegen die Amerikaner betreiben wollte oder, was verständlich ist, Angst hatte, die Sowjetunion als Böse darzustellen.

In den nächsten Jahren drehte Helga Göring vorwiegend ernste Rollen und wirkte in einer Vielzahl an Romanadaptionen mit, wie bspw. „Die Abenteuer des Werner Holt“ oder „Die große Reise der Agathe Schweigert“, für welche sie besonderes Lob der Zuschauer erhielt. Außerdem war sie sechs Jahre lang Mitglied des Ensembles des Deutschen Fernsehfunks, wodurch sie ein Fixpunkt im TV Programm der DDR wurde. Des Weiteren trat sie mehrmals in der Krimiserie „Polizeiruf 110“ auf, auch nach der Wende war sie hier aktiv. Bis 2007 war sie immer wieder in diversen Rollen im Fernsehen zu sehen, bevor sie sich ins Privatleben zurück zog. Helga Göring wurde 88 Jahre alt.